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Susanne Brandt

„Roots-Lieder wäre vielleicht ein passender Ausdruck für all diese Texte und Melodien, die von einem Menschsein mit „Wurzeln und Flügeln” erzählen: kraftvoll geerdet und gleichzeitig ausgestattet mit einer spielerischen Leichtigkeit und einer großen Sehnsucht nach Freiheit."

Worpsweder Harmonikaseite

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Dienstag, 20. September 2016
Forderung an ein gutes Kinderlied

KINDERLIED
Vom Kind her (von innen): Aus dem Lallen des Säuglings wird in den ersten Lebensjahren der Singsang des Kleinkindes, der immer mehr mit Lauten und Worten der Erwachsenen angereichert wird. Parallel wird das Singeverhalten des Kindes (bereits im Mutterleib) von dem „Musikverhalten“ seiner Umwelt geprägt. Ab dem 4. Lebensjahr wird das musikalische Verhalten des Kindes weitestgehend von außen bestimmt. Nur noch in unbeoabachteten Momenten erklingt dann der kindliche „Singsang“.
Vom Erwachsenen her (von außen): Der Begriff Kinderlied wurde ursprünglich mit Kinderreim gleichgesetzt: ein leicht fasslicher Text, verbunden mit einer einfachen Melodie (von Erwachsenen erfunden!).

KINDERLIED UND PENTATONIK
Die Keimzelle des „Ur“-Kinderliedes ist die Pentatonik. Das fünfstufige Tonsystem der pentatonischen Reihe (aus 5 Quinten übereinander gewonnen) lässt sich bis in die magischen Zeiten der Anfänge der Menschheit zurückverfolgen.
Sie besteht aus Ganztonfolgen und Eineinhalbtonschritten (wie die immer wiederkehrenden fünf schwarzen Tasten auf dem Klavier (cis-dis-fis-gis-ais <b> . Es gibt keine Halbtonschritte und kein Ton übernimmt eine Leittonfunktion. Jeder Ton kann Anfangs- und Schlusston sein. Auch alle fünf Töne gleichzeitig gespielt, ergeben eine schwebende, wohlklingende Mehrstimmigkeit. Die unablässig wiederholten ersten Zwei- (Kuckucksterz) oder Dreitonformeln, aus denen sich die ältesten Singsang-Melodien zusammensetzen, die zum Beispiel auch in den Versen unserer ältesten Märchen auftauchen, weiteten sich im Laufe der Zeit zu fünftönigen
Formen aus (Melodien z. B. aus den Tönen d-e-g-a-h'. Sobald die Fähigkeit entwickelt war, gleichbleibende Tonfolgen zu bilden, konnte die Melodie sich Stück für Stück frei entfalten, ohne an einen Arbeitsrhythmus oder die gleichförmigen Körperbewegungen von Kultsängern und Tänzern gebunden zu sein.
Das Singen um des Singens willen wurde möglich. Die Psychologie hat inzwischen interessante Übereinstimmungen mit kindlichen Spontangesängen und Spielmelodien entdeckt. Im Zeitraffertempo scheint ein Kind in seinem ersten Lebensjahrzehnt alle Entwicklungsstufen der „Menschheit von Anfang an“ nacheinander zu absolvieren, auch, und vor allem in der Musik. Die Pentatonik eignet sich auch ausgezeichnet für die musikalische Arbeit mit Kindern im Vor- und Grundschulalter.

ZUR PENTATONISCHEN MELODIEBILDUNG
(die Reihe d-e-g-a-h als Modell)

Die einfachsten (Kinder)-Melodien bestehen aus der „Urzelle“ der Pentatonik, der sogenannten Kuckucksterz (auch Rufterz genannt):
<Zweiton-Formel> g-e-g-e | „Kuckuck, Eierschluck“;

danach wird ein neuer Ton entdeckt, der Ton über dem "g", das "a":
<Dreiton-Formel> a-g-e-a-g-e | „Laterne, Laterne“;

danach kommen der „tiefste“ und der „höchste Ton der Reihe dazu, das "d" und das "h":
<Fünfton-Formel> g-g-d-d-e-e-d-h-h-a-a-g | „Old Mac Donald had a farm, E-I, E-i, O!“

Pentatonische Melodien können mit jedem Ton der Reihe beginnen. Es müssen auch nicht immer alle Töne vorkommen („unechte“ Pentatonik).


DIE FORMEN DES KINDERLIEDES

* Wiegenlieder
* Schlaflieder
* Trostlieder
* Tierlieder
* Märchenlieder
* Lügenlieder
* Nonsens- oder Quatschlieder
* Geburtstagslieder
* Bewegungslieder

ZUR GESCHICHTE DES KINDERLIEDES

Von den sehr alten Kinderliedern sind noch einige in Carl Orffs „Musik für Kinder“ und in alten Liederbüchern (Deutsches Volksliedarchiv) zu finden. Die „allgemein bekannten“ Kinderlieder stammen fast alle von H. H. v. Fallersleben (1798-1874). Er schrieb die Texte zu ca. 500 Kinderliedern. In den 70er Jahren kamen neue Lieder z. B. von Günther Kretzschmar „Der Seeschlangensong“, Heinz Lemmermann „Trat ich heute vor die Türe“ und Margarete & Wolfgang Jehn „Die alte Moorhexe“ dazu. Danach kamen die Liedermacher: Fredrik Vahle „Die Rübe“ und Dieter Süverkrüp „Baggerführer Willibald“. In der DDR: Gerhard Schöne „Das Auto von Lucio“. Dann Rolf Zuckowski „In der Weihnachtsbäckerei“. Im Zuge der Globalisierung sind auch viele „Kinderlieder aus aller Welt“ in Deutschland dazugekommen.

KINDERLIEDER | LIEDER FÜR KINDER

Die Kinderlieder von heute lassen sich in zwei Gruppen einteilen: * "Kinderlieder, die die Kinder singend mit in ihr Leben nehmen"
* "Kinderlieder, die die Kinder hörend mit in ihr Leben nehmen".

FORDERUNG AN EIN GUTES KINDERLIED

* ein kindgemäßer Text (der aber auch literarisch wertvoll sein muss!)
* gewissenhaft recherchierte Aussagen im Lied
* eine dem Text angemessene Melodie (die auch Kinder nachsingen können)
* ein Melodieumfang, der der KInderstimmlage gerecht wird (vor allem nicht zu tief!)

ZITAT ZUM SCHLUSS (mit freundlicher Genehmigung von Margarete Jehn)
Singen, Spielen und Tanzen helfen uns in unserer Kindheit, uns selbst und die Welt um uns zu verstehen und kennenzulernen. Beinah von selbst öffnen sich in dieser Phase Türen zum inneren und äußeren Leben, an denen später, in einer anderen Entwicklungsphase, vielleicht lange und mühsam gerüttelt werden muss - wenn sie sich überhaupt noch aufmachen lassen (aus dem Aufsatz: "Lieder machen Leute, Leute machen Lieder" .

Samstag, 17. September 2016
Afrikaprojekt in der Worpsweder Grundschule

Mit den Gebrüdern Jehn im Juni 2016

Donnerstag, 15. September 2016
OLE DOLE DOFF

Lieder und Spiele für Kindergarten und Grundschule.
Dazu gibt es eine instrumentale Lieder-Lern-CD; immer 1 - 2 Verse - gespielt auf einem ROLAND V-Accordion, das neben den typischen Akkordeonklängen auch noch andere Klangfarben „im Bauch“ hat.

Donnerstag, 15. September 2016
SINGSPATZ

Eine Lieder- und Reimesammlung für kleine Singspatzen.
Dazu gibt es eine instrumentale Lieder-Lern-CD mit einstimmigen Melodien gespielt abwechselnd auf Akkordeon und Metallophon.
Ideal für junge Familien und Großeltern, die mit den Kleinsten wieder jung werden wollen ...

Mittwoch, 14. September 2016
De Alte Moorhexe bei TSCHIBO

Mal was anderes ...

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